Influencer

Die einen sind es, die anderen fiebern hinterher:

„Als Influencer (von englisch to influence: beeinflussen) werden Personen bezeichnet, die aufgrund ihrer starken Präsenz und ihres hohen Ansehens in einem oder mehreren sozialen Netzwerken für Werbung und Vermarktung in Frage kommen (Influencer-Marketing).“ Wikipedia verdeutlicht es noch mehr als ich dachte.

Eine Person kommt für Werbung in Frage. Nicht das Produkt, sondern der/die Influencer/in. Das Produkt rückt (scheinbar zufällig) in den Hintergrund, im Rampenlicht steht ein/e Youtuber/in, ein/e Instagramer/in. Das Produkt verkauft sich durch ihr/sein Image, nicht durch die Wertigkeit dessen. Der Wert misst sich plötzlich an dem Bild/dem Video – dank der Follower. Das sind die mit dem Fieber.

Was für eine Welt, in der junge Menschen ohne 20 Jahren Berufserfahrung ein Vermögen verdienen, nur weil ihre Bilder und Videos etwas wert sind. Nur weil sie Produkte vermarkten, sich in ein gutes Licht stellen, alles in ihre „Daily Routine“ einbinden. Eine Kombination aus Kapitalismus und Selbstdarstellungs-Narzissmus.

Ich möchte mich nicht influencen, nicht von „wie machen es die Reichen & Wichtigen“ zu einer Selbstaufgabe hinreißen lassen. Meine „Morning Routine“ ist meine Privatsache, was ich bei Penny oder Rossmann einkaufe, geht niemanden etwas an. Mein Bewusstsein für Mode muss nicht der Haute Couture entsprechen und ich leiste mir keine 800 m² Wohnung in Berlin.

Beeinflusst werden ist ein sehr passiver Vorgang, doch die Häufigkeit dessen kann ich regulieren. Will ich regulieren. Mir selbst eine Meinung bilden, das Denken nicht verlernen, nicht fremdbestimmt leben. Ich möchte Dinge selbst entdecken, ohne darüber 20 Tutorials bei YouTube zu finden. Meine Urlaubsfotos gehören in ein Album und nicht verglichen mit Instagram oder WhatsApp-Staten. -Stati? -Statusse? Es gibt noch viel zu lernen. ✿