Ein ganzer Monat

Was kann in einem Monat passieren? So einiges. Vorallem so viel, dass ich nicht mehr zum Schreiben gekommen bin. Ärgerlich. Oder einfach nur normal, weil anderes Priorität hat. Krank sein zum Beispiel.

Ich war in den letzten 4 Wochen zweimal krank. Es war jeweils nur eine Erkältung mit Fieber, dennoch war ich jedes Mal total platt und erschöpft. Ich möchte hier nicht jammern (oder vielleicht doch ein bisschen schon), denn vielen Menschen geht es deutlich schlechter als mir. Und heute bin ich auch schon wieder fit. Aber trotzdem: Krank sein ist scheiße, egal was es ist.

Und was mich richtig genervt hat: Ich konnte wochenlang kein Sport machen! Ich hätte nie gedacht, dass mir das mal tatsächlich fehlen würde. Aber das hat es – und wie! Nur zu Hause rumliegen und schlafen macht einen echt kirre. Und unausgelastet. Und quengelig. Und für die Menschen in meinem Umfeld unausstehlich.

Immer diese First-World-Problems! Wie das nervt! Und wie das nervt, wenn gefühlt ein ganzer Monat unproduktiv war! Das wird sich ändern. Ab sofort werde ich gesund bleiben wieder aktiv mein Leben gestalten. Möge der nächste Monat wieder vor Produktivität strotzen! ✿

Ich werde alt

Ich weiß nicht, welche Altersspanne die Leser meines Blogs haben. Das verrät mir meine Statistik nicht – was ja auch nicht DSGVO-konform wäre. Doch weiß ich, dass ein paar ältere Menschen (im Sinne von „älter als ich“) dabei sind. Daher meine Bitte: Fühlt euch durch diesen Blogeintrag nicht angegriffen, beleidigt oder alt. Hier geht es um mein persönliches Empfinden, welches ich versuche zum Ausdruck zu bringen. Falls es doch zu Missverständnissen kommen sollte, freue ich mich über Post!

Ich werde tatsächlich alt – welch Überraschung! Das Gefühl, dieser Gedanke kam auf, als ich vorne eine 2 bekam, und ist seither nicht verschwunden. Jetzt, wo ich 1/4 Jahrhundert alt bin, habe ich mich langsam damit abgefunden. Und trotzdem graut es mir ein bisschen vor der 26 – die geht ja dann doch unwiderruflich auf die 30 zu … Wobei das alles nur Gerede ist, denn 15 will ich ja auch nicht mehr sein. Daher bin ich eigentlich zufrieden mit meinem Alter. Und doch … 30 ist schon krass …

Mein Zahnarzt hat mir eine Schiene für den Unterkiefer verschrieben. Damit soll das Knirschen in der Nacht aufhören und die (leider schon regelmäßig auftretenden) Verspannungen in der Kiefermuskulatur zurückgehen und hoffentlich nicht wiederkommen. Da liegt es also: Mein erster externer Support für die Gebrechlichkeiten, die meinen zerfallenen Körper heimsuchen. Klar, es ist kein Rollator, kein Hörgerät oder Gebiss. Aber ich fühle mich, als wäre der Zeitpunkt gekommen, bei dem mir das Recht „Ich bin jugendlich“ zu sagen verweigert wird. Ab jetzt wird morgens immer Speichel vom Mundwinkel weggewischt und tagsüber die Schiene in ein Wasserglas gelegt. Ein bisschen erinnert mich das dann doch an die „Dritten“ …

Als mir letztens ein Freund meines Mannes gesagt hat, wie jung ich ja noch wäre (er ist Ende 40), ist es mir dann wieder eingefallen: Ich stehe in der Blüte meines Lebens! Ich bin die Pubertätsprobleme los und gleichzeitig noch ganz frisch im Berufsleben. Vieles steht mir offen: Karriere, Familie, Wohnort, Hobbys … Mein Meckern über mein Alter findet auf hohen Niveau statt – Freude über die vielen Möglichkeiten und meine „jugendliche“ Gesundheit sollten an erster Stelle stehen! Und so eine Kieferschiene sollte mir nicht im Weg stehen! Ich sehe sie ab sofort einfach als Schnuller an. ✿

Influencer

Die einen sind es, die anderen fiebern hinterher:

„Als Influencer (von englisch to influence: beeinflussen) werden Personen bezeichnet, die aufgrund ihrer starken Präsenz und ihres hohen Ansehens in einem oder mehreren sozialen Netzwerken für Werbung und Vermarktung in Frage kommen (Influencer-Marketing).“ Wikipedia verdeutlicht es noch mehr als ich dachte.

Eine Person kommt für Werbung in Frage. Nicht das Produkt, sondern der/die Influencer/in. Das Produkt rückt (scheinbar zufällig) in den Hintergrund, im Rampenlicht steht ein/e Youtuber/in, ein/e Instagramer/in. Das Produkt verkauft sich durch ihr/sein Image, nicht durch die Wertigkeit dessen. Der Wert misst sich plötzlich an dem Bild/dem Video – dank der Follower. Das sind die mit dem Fieber.

Was für eine Welt, in der junge Menschen ohne 20 Jahren Berufserfahrung ein Vermögen verdienen, nur weil ihre Bilder und Videos etwas wert sind. Nur weil sie Produkte vermarkten, sich in ein gutes Licht stellen, alles in ihre „Daily Routine“ einbinden. Eine Kombination aus Kapitalismus und Selbstdarstellungs-Narzissmus.

Ich möchte mich nicht influencen, nicht von „wie machen es die Reichen & Wichtigen“ zu einer Selbstaufgabe hinreißen lassen. Meine „Morning Routine“ ist meine Privatsache, was ich bei Penny oder Rossmann einkaufe, geht niemanden etwas an. Mein Bewusstsein für Mode muss nicht der Haute Couture entsprechen und ich leiste mir keine 800 m² Wohnung in Berlin.

Beeinflusst werden ist ein sehr passiver Vorgang, doch die Häufigkeit dessen kann ich regulieren. Will ich regulieren. Mir selbst eine Meinung bilden, das Denken nicht verlernen, nicht fremdbestimmt leben. Ich möchte Dinge selbst entdecken, ohne darüber 20 Tutorials bei YouTube zu finden. Meine Urlaubsfotos gehören in ein Album und nicht verglichen mit Instagram oder WhatsApp-Staten. -Stati? -Statusse? Es gibt noch viel zu lernen. ✿

 

Believer

Es gibt Lieder, die hat man irgendwann fertig gehört. Die will man dann auch nicht wieder hören. Und ein Ohrwurm von ihnen ist eine Plage. Auf der anderen Seite gibt es meist das eine Lied, was einem nicht aus dem Kopf geht und was einem auch nach dem 576. Mal hören immer noch gut gefällt. Bei mir ist das seit langem der Song „Believer“ von Imagine Dragons.

Nachdem ich mich intensiver mit dem Text beschäftigt habe, muss ich sagen, dass mir das Lied noch mehr gefällt. Es hat mehr Tiefe, als man es eh schon bei dem Titel „Believer“ erwartet. Dan Reynolds (Frontman und Liedschreiber) verarbeitet hier seine chronische Rheumaerkrankung Morbus Bechterew. Er singt, dass seine größten Stärken aus seiner Schwäche (also der Krankheit) entstanden sind und dass sie ihm zu einem „Believer“ – einem Gläubigen – gemacht habe. Seine Leiden gaben ihm „Disziplin, Dankbarkeit und Barmherzigkeit“ (vgl. Bunte.de, Interview vom 17.03.17).

Was für ein Vorbild! Wie stark, dass Reynolds nicht an seiner Krankheit zerbricht, sondern seinen Halt bei Gott sucht – und offensichtlich findet. „Mein Leben, meine Liebe, mein Gott, sie entstanden aus dem Schmerz!“ So singt er im Chorus. Diese Zuversicht und Gewissheit ist erstrebenswert.

„First things first I’ma say all the words inside my head
I’m fired up and tired of the way that things have been, oh-ooh.
The way that things have been, oh-ooh.
Second thing second don’t you tell me what you think that I can be.
I’m the one at the sail, I’m the master of my sea, oh-ooh.
The master of my sea, oh-ooh.
I was broken from a young age.
Taking my sulking to the masses.
Writing my poems for the few
that looked at me, took to me, shook to me, feeling me.
Singing from heartache from the pain.
Take up my message from the veins.
Speaking my lesson from the brain,
seeing the beauty through the …
Pain!
You made me a, you made me a believer, believer.
Pain!
You break me down, you build me up, believer, believer.
I let the bullets fly, oh let them rain.

My life, my love, my God, it came from …
Pain!
You made me a, you made me a believer, believer.“