Dating-Time

Es ist ja ganz natürlich, dass man gern Zeit mit den Menschen verbringt, die zu einem passen, die einem sympathisch sind. Zeit mit Menschen zu verbringen, mit denen man ein Problem hat oder die einfach so ganz anders drauf sind als man selbst, ist irgendetwas zwischen kontraproduktiv und masochistisch.

Das Ding ist nun: Wenn man sich selbst (manchmal) nicht ganz so toll findet, oder sogar nervig, dann verbringt man möglichst wenig Zeit mit sich. Heutzutage gibt es ja genug Möglichkeiten, auch die ruhigen Minuten unsinnvoll zu füllen: YouTube, Instagram, Netflix und wie die Zeittöter alle heißen. Die Freundschaft zu mir bleibt da ziemlich auf der Strecke.

Man könnte nun denken: „Ja und? Niemand mag selbstverliebte Menschen, die nur um das eigene Universum kreisen.“ Das ist wahr. ABER: „Liebe deine Mitmenschen, wie dich selbst.“ Eine der zwei wichtigsten Anweisungen von Jesus in der Bibel. Ich MUSS mich mit mir beschäftigen, an mir arbeiten, mich selbst lieben und annehmen, damit ich genau das auch mit meinen Mitmenschen machen kann.

Ziemlich anstrengend. Ziemlich herausfordernd. Aber ich glaube, ich hab heute abend endlich mal wieder ein Date mit mir selbst. Es wird Zeit, dass ich mal wieder ein Selbstgespräch führe und mal nachhöre, wie es mir geht, wo ich gerade stehe, was meine Baustellen sind. Mal sehen, was ich zu sagen habe! ✿

Gender-Sternchen

Liebe*r Leser*innen,
diesen Blogbeitrag möchte ich dem spannenden Thema „Genderwahn“ widmen. Wobei „Wahn“ direkt schon meine Meinung zu diesem Thema impliziert. Also nennen wir es doch lieber „Genderdiskussion“. Wobei … Es ist mein Blog und meine Regeln: Willkommen zur Diskussion zum Thema „Genderwahn“!

Ich bin eine weibliche Person, das war schon immer so und das wird auch immer so bleiben. Stolz bin ich darauf nicht – denn ich kann da nichts für, das war kein Eigenverdienst. Aber schön ist es trotzdem, ich fühle mich wohl, so wie ich bin (Scheiß auf die Bikinifigur!). Allerdings ist es für mich nicht elementar wichtig, dass jede*r mitbekommt, dass ich eine Frau bin. Ich bin eine Frau, ja, aber ich bin auch noch so viel anderes: Christin, Ehefrau, Freundin, Schwester, Tochter, Tante, Kollegin, … Und alles davon entspricht mir, macht mich aus, definiert mich. Mich über Ausdrücke wie „man“ oder „die Mitarbeiter“ aufzuregen, reduziert meine Toleranzgrenze auf nur einen Teil meiner Persönlichkeit. Daher stehe ich der zwanghaften und eifrigen Anpassung alteingesessener Wörter und Ausdrücke skeptisch gegenüber.

Ich fühle mich durchaus angesprochen, wenn es um „Lieber Patient“, um „Liebe Kollegen“ oder „Liebe Mitglieder“ geht. Meine Weiblichkeit wird damit nicht angegriffen. Sie wird damit auch nicht unterstrichen, das merke ich schon. Aber meine Weiblichkeit fordert keine Aufmerksamkeit in diesem Bereich. Bestätigung und Anerkennung erfährt sie durch andere Dinge, wie zum Beispiel durch die ganz einfache Erkenntnis, dass Gott sie genau so wunderbar geschaffen hat, wie sie ist. Und nicht durch jemanden, der*die sie in seiner*ihrer Anrede berücksichtigt.

Natürlich ist es erschreckend, wie sehr die deutsche Sprache „männlich“ geprägt wurde und dass Frauen lange Zeit weniger (bis gar keine) Rechte hatten. Und es liegt sicherlich in jeder feministischen Natur, dass diese Rechte im Ganzen nun eingefordert werden, dass jeder noch kleine Aspekt berücksichtigt wird. Ich finde aber, dass man*frau sich auch einfach ein Beispiel am englischen nehmen kann: Dort gibt es dieses ganze männlich*weiblich Gedöns nicht. Und es vermisst auch niemand. Und es fordert auch niemand ein. Daher mein Vorschlag: Dem ganzen nicht so viel Gewichtung zugestehen. Das ganze etwas entspannter sehen. Nicht hinter jedem „Gender-Faux Pas“ ein Anschlag auf das eigene Geschlecht vermuten. Und das Gender-Sternchen nicht in jeder Situation zwanghaft einfordern. Sonst besteht unsere geschriebene Sprache bald nur noch aus ***. ✿