Scheiß auf die Bikinifigur

… kauf dir einfach einen Badeanzug! Ok zugegeben, ganz so einfach ist es nicht. Klar, der Kaufvorgang war nicht schwer, das Geld war verfügbar und das gekaufte Subjekt umspielt nun seither meine Kurven sehr gekonnt. Aber die Figur ist die gleiche wie vorher auch. Nur sieht keiner mehr die Problemzonen – das bilde ich mir zumindest ein.

Ein etwas gewagtes Thema für Blogeintrag Numero Drei. Aber auch ein aktuelles, da ich gerade noch vom Urlaub an der Nordsee zehre, bei dem der Bikini dieses Jahr tatsächlich zu Hause geblieben ist. Natürlich habe ich mich geärgert, dass der Bauch nicht so flach, der Po nicht so rund und die Beine nicht so schlank sind, wie das bei 90/60/90 Bikini-Beach-Girls der Fall ist. Wobei ich zugeben muss, dass die Nordsee (spezifischer: Cuxhaven) da wirklich sehr zu empfehlen ist: Die meisten Badegäste sind entweder sehr alt oder ihre Figur ist zu meiner äquivalent – beides nimmt der vermeintlichen Konkurrenz den Wind aus dem Segel.

Und trotzdem: Woher kommt es, dass ich mich im Bikini so unwohl fühle, dass ich lieber im schwarzen Badeanzug in der Sonne schmore, als der Welt meinen nackigen Bauch zu präsentieren? Ich würde behaupten, dass ich ein gesundes Selbstwertgefühl habe. Und ich würde behaupten, dass mich Gott wunderbar geschaffen hat, wie ich bin. Und trotzdem: Woher kommt es, … Der aufmerksame Leser wird bemerkt haben, dass ich auf diese Frage einfach keine Antwort habe. Dass ich es mir selbst nicht wirklich erklären kann. Und dass ich mir in diesem Jahr eben einfach ein entspanntes Motto für die Strandbekleidung gewählt habe.

Ich wünsche mir, dass wir in einer Gesellschaft leben können, die offen ist für jede Strandfigur – egal ob Bikini oder im Badeanzug. Dass mehr Menschen den Mut finden, einfach mal „Scheiß auf die Bikinifigur“ zu sagen. Und dass ich beim nächsten Einkauf vielleicht einen passenden bunten Badeanzug finde, der dann in der Sonne nicht so warm wird. ✿