Man wird es noch herausfinden müssen

Ja ja, okay! Ich geb’s ja zu: Meine Euphorie mit einem Blog zu starten, ist leicht zurück gegangen. Das liegt mit Sicherheit nicht an fehlenden Themen – ich könnte bestimmt einen Roman voll bekommen! -, sondern viel mehr an fehlender Zeit und Motivation. Schreiben tu ich immer noch gerne, aber vielleicht nicht unbedingt mit den Druck, dass es auch fertig werden muss … Willkommen im Erwachsenen-Leben, Sarah.

Mein erster Blogbeitrag war am 19. Juli 2018. Wie die Zeit vergeht! Das hier ist mein 50. Beitrag – Jubiläum und Einjähriges! Wie schön. Wie passend: Eigentlich ein Grund zum Feiern, in Wirklichkeit vielleicht sogar der Schlussstrich unter einer Blog-Test-Phase? Man weiß es nicht, man wird es noch herausfinden müssen.

Wir waren am letzten Wochenende mal wieder auf dem Flohmarkt, Dinge aus früheren Zeiten zu kleinen Preisen verhökern. Dort beobachtete ich folgende Szene: Eine Frau stand an einem Stand und probierte eine pinke Softshell-Jacke an. Ihr Mann stand daneben, gab hilfreiche Kommentare ab und schaute immer wieder verstohlen auf die Uhr. Sie: „Mist, die Jacke geht unten nicht zu. Aber an den Schultern passt sie perfekt!“ Er: „Ja, an den Schultern siehts gut aus.“ Reißverschluss geht nicht zu. Sie: „Schau mal, hier unten passt es nicht. Aber die Schultern sehen echt gut aus!“ Er: „Stimmt, ja. Oben steht sie dir echt gut.“ Reißverschluss geht immer noch nicht zu, auch nach Baucheinziehen nicht. Sie: „Also an den Schultern passt es wirklich gut.“ Er: „Jaja, das stimmt.“ Dann wird die Jacke gekauft. Und ich nur so: ???

Diese kleine Begebenheit erinnert mich an mein Dilemma mit dem Blog: Einerseits gefällt er mir, er macht mir Spaß. Aber „untenrum“ sitzt er irgendwie nicht … Er verlangt Zeit und Kreativität, er will neue Ideen und neue Inhalte. Man könnte mich jetzt kleinlich nennen. Denn das Leben ist nunmal herausfordernd – also darf es doch auch ein Blog sein. Willkommen im Erwachsenen-Leben, Sarah!
Aber: Selbst-Reflektion und konstruktives Feedback sind doch auch gut, oder nicht? Lieber ein ehrliches Nein zum Blog als ein Wischi-Waschi-Ja, wo die gekaufte Jacke nur im Schrank liegt und ich mich ärgere über das rausgeschmissene Geld. Und wer weiß: Vielleicht passt sie mir ja doch irgendwann, Sport ist schließlich doch kein Mord. Man wird es noch herausfinden müssen. Ich meld mich. ✿

Haar-Urwald

Ich rasiere mir seit dem letzten Winter nicht die Beine. So, jetzt ist es raus. Hat sich angefühlt wie eine Beichte. Nur, dass ich für diese „Sünde“ keine Vergebung benötige, weil es halt einfach kein Verbrechen ist!

Ich habe neulich mit einer Freundin gesprochen, sie meinte, dass sie keine kurze Hose anziehen könnte, weil sie nicht rasiert sei. Das hat mich nachdenklich gemacht. Welcher Idiot hat sich diesen Rasier-Wahn eigentlich ausgedacht?! Klar, die Industrie. In einem Werbespot für Frauen-Rasierklingen wird von einer Frau sanft dahingehaucht: „… Du entscheidest, wie du dich rasierst!“ Und ich denk mir nur „Ja genau, nämlich gar nicht.“ Was für ein kommerzieller Bullshit!

Diese Erkenntnis habe ich noch nicht so lang. Mir war es auch immer unangenehm, wenn meine Beine nicht spiegelglatt und wunderschön aussahen. Aber wer bitte schreibt mir denn vor, was ich als wunderschön empfinde? Niemand darf sich über den Urwald auf meinen Beinen beschweren.

Außerdem: Wenn Gott mich mit Beinhaaren geschaffen hat, wieso dann roden? Die Haare helfen beim Schweiß absondern und verleihen der Haut eine höhere Sensibilität. Und was gibt es schöneres, als ordentlich schwitzen zu können, während sich meine Beine an den Berührungen meines Mannes erfreu… Okay, das ist ein anderes Thema. Aber der Punkt ist hoffentlich klar geworden: Schütz deinen Haar-Urwald! Ist eh viel besser für die Umwelt. ✿

Not my Monkey, not my Circus

Ich übernehme jeden Tag Verantwortung. Das ist okay, denn das macht das Leben spannend und herausfordernd. Außerdem kommt es ja immer gut, „flexibel, kreativ, selbstständig, innovativ, kreativ und teamfähig“ zu sein (Gruß ans Känguru). Wobei das hier jetzt keine Bewerbung werden soll.

Verantwortung fängt ja auch schon im Kleinen, direkt bei mir selbst an. Sport, gesunde Ernährung, ausreichend Schlaf … Um all das, und noch viel mehr, muss ich mich jeden Tag kümmern. Und oben drauf noch Verantwortung im Job, in der Gemeinde, in der Familie, bei Freunden, in der Gesellschaft … Manchmal, wenn es mir mal zu viel wird, würde ich gern alles stehen und liegen lassen, aka „Not my Monkey, not my Circus“.

An dieser Stelle möchte ich an alle Eltern da draußen großen Respekt zollen. DIESE Verantwortung ist mir gerade eindeutig zu krass. Für ein (oder für fünf) anderes Leben Verantwortung zu tragen, muss ein riesen Ding sein. Einerseits eine echte Chance, dem Kind Gutes mitzugeben und sein Leben nachhaltig und positiv zu prägen. Andererseits eine schwere Last, die Verantwortung zu tragen und an allem irgendwie Schuld zu sein.

Natürlich kann ich mich nicht einfach so aus allem rausziehen. Außer jemand spendiert, finanziert und ermöglicht mir ein Sabbatjahr. Dann kann er oder sie sich gern bei mir melden! Aber das wird wohl nicht passieren. Stattdessen muss ich einfach ein gesundes Maß finden, die Balance halten und dann und wann den Zirkus mit seinen Affen an mir vorbeiziehen lassen. ✿

Dating-Time

Es ist ja ganz natürlich, dass man gern Zeit mit den Menschen verbringt, die zu einem passen, die einem sympathisch sind. Zeit mit Menschen zu verbringen, mit denen man ein Problem hat oder die einfach so ganz anders drauf sind als man selbst, ist irgendetwas zwischen kontraproduktiv und masochistisch.

Das Ding ist nun: Wenn man sich selbst (manchmal) nicht ganz so toll findet, oder sogar nervig, dann verbringt man möglichst wenig Zeit mit sich. Heutzutage gibt es ja genug Möglichkeiten, auch die ruhigen Minuten unsinnvoll zu füllen: YouTube, Instagram, Netflix und wie die Zeittöter alle heißen. Die Freundschaft zu mir bleibt da ziemlich auf der Strecke.

Man könnte nun denken: „Ja und? Niemand mag selbstverliebte Menschen, die nur um das eigene Universum kreisen.“ Das ist wahr. ABER: „Liebe deine Mitmenschen, wie dich selbst.“ Eine der zwei wichtigsten Anweisungen von Jesus in der Bibel. Ich MUSS mich mit mir beschäftigen, an mir arbeiten, mich selbst lieben und annehmen, damit ich genau das auch mit meinen Mitmenschen machen kann.

Ziemlich anstrengend. Ziemlich herausfordernd. Aber ich glaube, ich hab heute abend endlich mal wieder ein Date mit mir selbst. Es wird Zeit, dass ich mal wieder ein Selbstgespräch führe und mal nachhöre, wie es mir geht, wo ich gerade stehe, was meine Baustellen sind. Mal sehen, was ich zu sagen habe! ✿

Ein ganzer Monat

Was kann in einem Monat passieren? So einiges. Vorallem so viel, dass ich nicht mehr zum Schreiben gekommen bin. Ärgerlich. Oder einfach nur normal, weil anderes Priorität hat. Krank sein zum Beispiel.

Ich war in den letzten 4 Wochen zweimal krank. Es war jeweils nur eine Erkältung mit Fieber, dennoch war ich jedes Mal total platt und erschöpft. Ich möchte hier nicht jammern (oder vielleicht doch ein bisschen schon), denn vielen Menschen geht es deutlich schlechter als mir. Und heute bin ich auch schon wieder fit. Aber trotzdem: Krank sein ist scheiße, egal was es ist.

Und was mich richtig genervt hat: Ich konnte wochenlang kein Sport machen! Ich hätte nie gedacht, dass mir das mal tatsächlich fehlen würde. Aber das hat es – und wie! Nur zu Hause rumliegen und schlafen macht einen echt kirre. Und unausgelastet. Und quengelig. Und für die Menschen in meinem Umfeld unausstehlich.

Immer diese First-World-Problems! Wie das nervt! Und wie das nervt, wenn gefühlt ein ganzer Monat unproduktiv war! Das wird sich ändern. Ab sofort werde ich gesund bleiben wieder aktiv mein Leben gestalten. Möge der nächste Monat wieder vor Produktivität strotzen! ✿